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Wie bist du zur Körner agentur gekommen?

2023 habe ich meinen Master in Philosophie an der Universität Stuttgart abgeschlossen. Ursprünglich hatte ich eine Promotion ins Auge gefasst. Da entsprechende Stellen in Deutschland jedoch selten sind und für mich ein Umzug erforderlich gewesen wäre, entschied ich mich zunächst für den Einstieg in die Berufspraxis.

Meine erste Station führte mich als Pressesprecher zum Landesamt für Besoldung und Versorgung. Dort konnte ich wertvolle Erfahrungen in der Kommunikation und im Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen sammeln. Die Tätigkeit war vielseitig, allerdings nahm das tägliche Pendeln viel Zeit in Anspruch. Deshalb suchte ich gezielt nach einer Position, die fachlich zu mir passt und zugleich besser erreichbar ist.

Seit Oktober 2025 bin ich Teil der Körner agentur. Heute fahre ich morgens mit dem Fahrrad ins Büro und verbinde dort unterschiedliche Aufgabenbereiche: Ich betreue Projekte, übernehme redaktionelle Tätigkeiten und berate unsere Kunden in Kommunikationsfragen. Diese Mischung liegt mir, weil ich mich ungern ausschließlich mit nur einem sehr eng begrenzten Aufgabenfeld beschäftige.

Von der Philosophie über die Pressearbeit bis hin zum Marketing – wo liegen die Verbindungen?

Die Übergänge sind aus meiner Sicht sehr viel naheliegender, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Ein Philosophiestudium vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern schult vor allem das strukturierte Denken, präzises Argumentieren und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln. Gerade in der Kommunikation ist das von großem Wert. Oft reicht es einfach nicht, selbst verstanden zu haben, worum es geht. Gute Kommunikation beginnt erst dort, wo man einen Gedanken so vermittelt, dass er auch für andere nachvollziehbar wird. Diese Fähigkeit hilft mir heute sowohl in der Kundenberatung als auch bei redaktionellen Aufgaben.

Aber natürlich bringt der Wechsel von der Universität in die Arbeitswelt immer eine gewisse Form des Quereinstiegs mit sich. Nur die wenigsten Menschen studieren exakt den Beruf, den sie später ausüben. Ich halte das aber nicht unbedingt für einen Nachteil. Entscheidend ist aus meiner Sicht vielmehr, vorhandene Fähigkeiten sinnvoll auf neue Aufgaben zu übertragen.

Als Projektmanager hast du Kontakt zu vielen Kunden. Gibt es Themen, die sie miteinander verbinden?

Ein zentrales Thema ist der zunehmende Wettbewerbsdruck im Energiemarkt. Viele Stadtwerke stehen vor der Herausforderung, sich gegenüber preisaggressiven, überregionalen Anbietern aus dem Internet klar zu positionieren. Über dieses Thema führe ich häufig ähnliche Gespräche.

Ein wichtiger Vorteil ist die regionale Verankerung. Stadtwerke sind vor Ort präsent, kennen die Region und haben häufig einen direkten Bezug zu ihren Kunden. Ich glaube, dass darin deutlich mehr Potenzial steckt, als manchmal genutzt wird. Regionalität allein ist aber noch keine überzeugende Botschaft. Sie muss konkret und glaubwürdig für die Kunden vermittelt werden.

Wie das im Einzelnen aussieht, unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Eine durchdachte Außendarstellung ist aber in jedem Fall wichtig. Denn wenn Kunden zwischen verschiedenen Anbietern keinen erkennbaren Unterschied wahrnehmen, wird der Preis zum entscheidenden Faktor.

Was macht dir an deiner Arbeit besonders viel Freude?

Ich finde es gut, wenn am Ende ein konkretes Ergebnis entsteht. Ein fertiges Kundenmagazin in der Hand zu halten oder eine Kampagne abgeschlossen zu sehen, macht die eigene Arbeit greifbar. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Maßnahmen für den Kunden einen tatsächlichen Nutzen haben.

Ob Kundenmagazin, Kommunikationskonzept, Kalender, E-Mail-Newsletter oder Social-Media-Content: Entscheidend ist, dass das jeweilige Produkt sein Ziel erfüllt. Ich könnte schlichtweg niemals dauerhaft einen Beruf ausüben, den ich als sinnlos betrachte. Für mich muss Arbeit nicht jeden Tag die Welt verändern, aber ich möchte schon erkennen können, wofür ich etwas tue und welchen Unterschied es macht.

Deshalb freue ich mich, wenn wir die Rückmeldung erhalten, dass Inhalte gut ankommen oder eine Maßnahme wie geplant funktioniert. Das zeigt, dass die vorherige Abstimmung und die gemeinsame Arbeit sinnvoll waren. Gute Gestaltung oder ein professioneller Text sind wichtig, aber sie sind für mich kein Selbstzweck. Am Ende zählt, ob sie tatsächlich etwas bewirken.

Und zum Schluss: Was darf an einem gelungenen Arbeitstag für dich nicht fehlen?

Im besten Fall begrüßt mich morgens direkt an der Tür unser Office-Hund und Feelgood-Manager Dylan. Eine kurze Runde mit ihm auf unserer begrünten Dachterrasse hilft manchmal dabei, den Kopf freizubekommen.

Auch mitgebrachter Kuchen ist natürlich willkommen. Vor allem, wenn er nicht von mir gebacken wurde. In dem Bereich besteht bei mir noch Entwicklungspotenzial. Dafür beschäftige ich mich in meiner Freizeit lieber mit Paartanz. Der ist für mich ein guter Ausgleich und verbindet Bewegung mit Improvisation.

Im Arbeitsalltag freue ich mich über konstruktive Gespräche, in denen klarer wird, was ein Kunde eigentlich erreichen möchte und welche Maßnahmen dafür sinnvoll sind. Ich finde es wichtig, nicht einfach nur einen Auftrag abzuarbeiten, sondern auch zu hinterfragen, ob die gewünschte Maßnahme wirklich zum Ziel passt. Auf dieser Grundlage entstehen in der Regel die besten Projekte.

 

Fallbeispiel Fußball-Weltmeisterschaft

Großereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft sind weit mehr als nur ein sportliches Highlight. Sie sind ein kollektives Erlebnis, das Menschen verbindet, Emotionen weckt und Aufmerksamkeit bündelt. Genau darin liegt eine enorme Chance für Unternehmen. Wer es schafft, diese Aufmerksamkeit sinnvoll zu nutzen, kann seine eigene Marke gezielt in Szene setzen.

Während einer WM verändert sich das Konsum- und Medienverhalten deutlich. Spiele werden gemeinsam verfolgt, Gespräche drehen sich um Ergebnisse, Spieler und Emotionen. Marken, die es schaffen, sich in diesen Kontext einzubetten, bleiben im Gedächtnis. Dabei geht es nicht zwangsläufig um große Werbebudgets oder aufwendige Kampagnen. Oft sind es durchdachte, kreative und vor allem relevante Maßnahmen, die den Unterschied machen.

Gerade für Unternehmen mit regionalem Bezug wie Stadtwerke bietet sich hier ein besonderer Vorteil. Sie sind nah an den Menschen, Teil des Alltags und genießen oft ein hohes Maß an Vertrauen. Diese Nähe kann während einer WM gezielt genutzt werden, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Kundenbindung zu stärken. Aktionen, die Gemeinschaft fördern oder einen praktischen Mehrwert bieten, werden in dieser Zeit besonders gut angenommen.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Verbindung von Emotion und Nutzen. Wer es schafft, beides zu kombinieren, positioniert sich nicht nur als Anbieter, sondern als Teil des Erlebnisses. Genau hier setzen durchdachte Werbemittel an. Sie begleiten Kunden durch die gesamte Turnierphase hinweg und sorgen für wiederkehrende Kontaktpunkte mit der Marke.

Besonders nachhaltig wird diese Wirkung, wenn Werbemaßnahmen nicht nur kurzfristige Aufmerksamkeit erzeugen, sondern über die gesamte Dauer des Turniers hinweg präsent bleiben. Unternehmen, die es schaffen, sich sinnvoll in den Alltag und die Gespräche ihrer Zielgruppe einzubringen, profitieren von einer deutlich höheren Wahrnehmung und Wiedererkennung.

Dabei gilt: Relevanz schlägt Lautstärke. Nicht die größte Kampagne entscheidet über den Erfolg, sondern diejenige, die am besten zur Zielgruppe passt und einen echten Mehrwert bietet. Gerade im regionalen Kontext können Unternehmen ihre Stärke ausspielen, indem sie Nähe zeigen, lokale Identität betonen und echte Berührungspunkte schaffen.

Die Weltmeisterschaft bietet somit nicht nur eine Bühne für den Sport, sondern auch eine einmalige Gelegenheit für Unternehmen, sich authentisch zu positionieren und langfristige Beziehungen zu stärken. Wer diesen Moment strategisch nutzt, kann weit über das Turnier hinaus Wirkung erzielen.

Seit wann bist du bei der Körner agentur und was hat dich zu dieser Arbeit gebracht?

„Ich bin seit 2015 bei der Körner Agentur tätig. Auf die Position wurde ich damals durch einen persönlichen Kontakt aufmerksam gemacht. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war vor allem die Möglichkeit, deutlich kreativer und näher an den Projekten zu arbeiten als in meiner vorherigen Position bei einer großen Werbeagentur in Stuttgart, in der ich als Junior Art Director tätig war. Heute schätze ich insbesondere die Vielfalt der Projekte sowie die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team. Die Projekte sind persönlicher, wodurch sich größere kreative Freiräume ergeben. Ich kann eigene Ideen und gestalterische Visionen einbringen und diese in enger Abstimmung mit den Vorstellungen unserer Kunden umsetzen.“

 

Was ist grafisch viel schwerer umzusetzen, als man denkt?

„Oft genau das, was auf den ersten Blick einfach aussieht. Zum Beispiel ein minimalistisches Layout. Jeder Abstand, jede Linie und jede Schriftwahl muss sitzen, sonst wirkt es schnell unausgewogen. Auch Farben, die auf dem Bildschirm perfekt wirken, können je nach Druckverfahren oder Papier plötzlich ganz anders aussehen. Solche Feinheiten zu erkennen, braucht Erfahrung und die wächst mit jedem Projekt. Für mich hat sich über die Zeit gezeigt, dass gutes Design von den kleinen, unsichtbaren Details lebt, auf die man als Leser kaum bewusst achtet.“

 

Woher holst du dir Inspiration, wenn du keine oder kaum Vorgaben hast?

„Wenn ich kaum Vorgaben habe, starte ich oft damit, die Welt um mich herum genau zu beobachten, das kann alles sein: Designtrends, Kunst, Natur oder einfach Alltagssituationen. Wichtig ist mir aber auch der Austausch im Team oder mit dem Kunden. Gerade weil unsere Projekte sehr individuell sind, entstehen viele der besten Ideen im Gespräch.“

 

Gibt es typische Design-Fehler, die dir in Magazinen sofort auffallen?

„Design und Bildsprache entscheiden oft schon unterbewusst darüber, ob wir überhaupt anfangen zu lesen. Innerhalb weniger Sekunden entsteht ein erster Eindruck und es fällt mir in Magazinen sofort auf, wenn dieser Leseanreiz fehlt. Unklare visuelle Hierarchien, ein schlechtes Zusammenspiel von Überschriften, Fließtext und Bildern oder zu volle Seiten wirken schnell unruhig und schrecken eher ab. Auch inkonsistente Schriften und Farben nehmen einem Layout seine Orientierung. Solche Fehler sind für mich besonders spannend, weil sie zeigen, wie wichtig Struktur, Klarheit und Details im Design sind. Genau darauf achten wir in unseren Projekten besonders, weil gutes Design den Betrachter leitet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.“

 

Was kannst du aus Sicht einer Kommunikationsdesignerin nicht mehr sehen und wovon sollte es mehr geben?

„Überladene, zu laute Designs empfinde ich zunehmend als anstrengend. Wenn alles gleichzeitig Aufmerksamkeit fordert, verliert der Inhalt an Wirkung. Besser finde ich durchdachte, klare Designs, bei denen jedes Detail bewusst gewählt wurde und man nicht visuell überreizt wird. Davon dürfte es meiner Meinung nach viel mehr geben. Ein gutes Design wirkt, indem es den Leser leitet. Es soll einladen, sich dem Inhalt zu widmen und Lust auf mehr machen.“


 

Im Interview mit Frau Weishaupt wird deutlich, welche Aspekte für eine gelungene Magazin­gestaltung besonders wichtig sind. Die zentralen Aussagen für ein gelungenes Design lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Klare visuelle Hierarchien
    Klare Typografie-Hierarchien sorgen dafür, dass Überschriften, Unterzeilen und Fließtext eindeutig unterscheidbar sind. Das schafft Ruhe im Layout und erleichtert die Orientierung für den Leser.
  • Reduzierte Schriftwahl
    Eine durchdachte und begrenzte Auswahl an Schriftarten verleiht dem Magazin ein stimmiges Erscheinungsbild und verhindert einen unruhigen oder beliebigen Eindruck.
  • Hohe Lesbarkeit
    Gute Lesbarkeit steht im Mittelpunkt. Angemessene Schriftgrößen, ausreichender Zeilenabstand und ein klarer Kontrast zwischen Text und Hintergrund machen das Lesen angenehm und zugänglich.
  • Konsistente Gestaltung
    Eine einheitliche Gestaltung über alle Seiten hinweg stärkt die visuelle Linie des Magazins. Raster, Farben und Abstände sorgen für Struktur und Professionalität.
  • Bewusster Einsatz von Weißraum
    Der gezielte Einsatz von Weißraum gibt den Inhalten Raum zur Entfaltung. Reduzierte Seiten wirken hochwertig, übersichtlich und lenken den Fokus auf das Wesentliche.
  • Ausrichtung auf Printmedien
    Eine klare Orientierung am Medium Print nutzt dessen besondere Stärken und hebt das Magazin bewusst von digitalen oder präsentationsähnlichen Gestaltungen ab.

Social Media ist heute ein wichtiger und zentraler Kontaktpunkt, nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch für Unternehmen. Soziale Netzwerke bieten eine Vielzahl an Vorteilen, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Wir geben einen ersten Einblick, weshalb Social Media für die Kundenkommunikation interessant sein kann und was beim Start zu beachten ist.

Die Fußball-Europameisterschaft ist gestern zu Ende gegangen. Die glückliche Siegermannschaft kommt in diesem Jahr aus Spanien und brach damit direkt zwei Rekorde. Auch wenn Deutschland im Viertelfinale ausschied, kann man den Wettbewerb in vielerlei Hinsicht, auch mit Blick auf die Kundenkommunikation, als vollen Erfolg sehen.