Interview mit unserer Kommunikationsdesignerin Debora Weishaupt
Seit wann bist du bei der Körner agentur und was hat dich zu dieser Arbeit gebracht?
„Ich bin seit 2015 bei der Körner Agentur tätig. Auf die Position wurde ich damals durch einen persönlichen Kontakt aufmerksam gemacht. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war vor allem die Möglichkeit, deutlich kreativer und näher an den Projekten zu arbeiten als in meiner vorherigen Position bei einer großen Werbeagentur in Stuttgart, in der ich als Junior Art Director tätig war. Heute schätze ich insbesondere die Vielfalt der Projekte sowie die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team. Die Projekte sind persönlicher, wodurch sich größere kreative Freiräume ergeben. Ich kann eigene Ideen und gestalterische Visionen einbringen und diese in enger Abstimmung mit den Vorstellungen unserer Kunden umsetzen.“
Was ist grafisch viel schwerer umzusetzen, als man denkt?
„Oft genau das, was auf den ersten Blick einfach aussieht. Zum Beispiel ein minimalistisches Layout. Jeder Abstand, jede Linie und jede Schriftwahl muss sitzen, sonst wirkt es schnell unausgewogen. Auch Farben, die auf dem Bildschirm perfekt wirken, können je nach Druckverfahren oder Papier plötzlich ganz anders aussehen. Solche Feinheiten zu erkennen, braucht Erfahrung und die wächst mit jedem Projekt. Für mich hat sich über die Zeit gezeigt, dass gutes Design von den kleinen, unsichtbaren Details lebt, auf die man als Leser kaum bewusst achtet.“
Woher holst du dir Inspiration, wenn du keine oder kaum Vorgaben hast?
„Wenn ich kaum Vorgaben habe, starte ich oft damit, die Welt um mich herum genau zu beobachten, das kann alles sein: Designtrends, Kunst, Natur oder einfach Alltagssituationen. Wichtig ist mir aber auch der Austausch im Team oder mit dem Kunden. Gerade weil unsere Projekte sehr individuell sind, entstehen viele der besten Ideen im Gespräch.“
Gibt es typische Design-Fehler, die dir in Magazinen sofort auffallen?
„Design und Bildsprache entscheiden oft schon unterbewusst darüber, ob wir überhaupt anfangen zu lesen. Innerhalb weniger Sekunden entsteht ein erster Eindruck und es fällt mir in Magazinen sofort auf, wenn dieser Leseanreiz fehlt. Unklare visuelle Hierarchien, ein schlechtes Zusammenspiel von Überschriften, Fließtext und Bildern oder zu volle Seiten wirken schnell unruhig und schrecken eher ab. Auch inkonsistente Schriften und Farben nehmen einem Layout seine Orientierung. Solche Fehler sind für mich besonders spannend, weil sie zeigen, wie wichtig Struktur, Klarheit und Details im Design sind. Genau darauf achten wir in unseren Projekten besonders, weil gutes Design den Betrachter leitet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.“
Was kannst du aus Sicht einer Kommunikationsdesignerin nicht mehr sehen und wovon sollte es mehr geben?
„Überladene, zu laute Designs empfinde ich zunehmend als anstrengend. Wenn alles gleichzeitig Aufmerksamkeit fordert, verliert der Inhalt an Wirkung. Besser finde ich durchdachte, klare Designs, bei denen jedes Detail bewusst gewählt wurde und man nicht visuell überreizt wird. Davon dürfte es meiner Meinung nach viel mehr geben. Ein gutes Design wirkt, indem es den Leser leitet. Es soll einladen, sich dem Inhalt zu widmen und Lust auf mehr machen.“
Im Interview mit Frau Weishaupt wird deutlich, welche Aspekte für eine gelungene Magazingestaltung besonders wichtig sind. Die zentralen Aussagen für ein gelungenes Design lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Klare visuelle Hierarchien
Klare Typografie-Hierarchien sorgen dafür, dass Überschriften, Unterzeilen und Fließtext eindeutig unterscheidbar sind. Das schafft Ruhe im Layout und erleichtert die Orientierung für den Leser. - Reduzierte Schriftwahl
Eine durchdachte und begrenzte Auswahl an Schriftarten verleiht dem Magazin ein stimmiges Erscheinungsbild und verhindert einen unruhigen oder beliebigen Eindruck. - Hohe Lesbarkeit
Gute Lesbarkeit steht im Mittelpunkt. Angemessene Schriftgrößen, ausreichender Zeilenabstand und ein klarer Kontrast zwischen Text und Hintergrund machen das Lesen angenehm und zugänglich. - Konsistente Gestaltung
Eine einheitliche Gestaltung über alle Seiten hinweg stärkt die visuelle Linie des Magazins. Raster, Farben und Abstände sorgen für Struktur und Professionalität. - Bewusster Einsatz von Weißraum
Der gezielte Einsatz von Weißraum gibt den Inhalten Raum zur Entfaltung. Reduzierte Seiten wirken hochwertig, übersichtlich und lenken den Fokus auf das Wesentliche. - Ausrichtung auf Printmedien
Eine klare Orientierung am Medium Print nutzt dessen besondere Stärken und hebt das Magazin bewusst von digitalen oder präsentationsähnlichen Gestaltungen ab.
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